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„Das ist der Mann fürs Leben“

Am 6.07.2012 haben sich Judith und Jan getraut, erst standesamtlich und einen Tag später kirchlich. Zu Beginn musste der zukünftige Bräutigam, aber erst „drei Seidenhühner“ an den Vater seiner Liebsten zahlen, um sie heiraten zu dürfen. Sie erzählten uns, wie sie ganz romantisch im Rolls Royce zur Trauung gefahren wurden und von außergewöhnlichen Spielen während der Feier, die ihre Gäste so schnell nicht vergessen werden. Beide sind bekennende Karnevalsjecken und ihr „großer Tag“ war alles andere, als gewöhnlich. Ein spannender Bericht über ein Paar, das sich von Anfang an ganz sicher war zusammenzugehören.

HOCHZEIT FEIERN: Judith, wie habt ihr euch kennengelernt und gab es da bereits den Moment, in dem du wusstest, mit diesem Mann möchte ich mein Leben verbringen?

Judith: Kennengelernt haben wir uns ganz romantisch am 19.09.06 beim Feuerwerk unserer alljährlichen Kirmes. Jan hat mich im Vorfeld schon mehrmals gesehen, mich aber nicht angesprochen. Durch einen gemeinsamen Bekannten, der mit Ihm da war habe ich Ihn dann dort kennen gelernt. Es hat direkt gefunkt.Nach seiner Wehrdienstzeit, die er in unser Stadt absolvierte (wir waren erst zwei Monate zusammen), entschied er sich bei mir zu bleiben und so zogen wir in unsere erste gemeinsame Wohnung. Von Anfang an dachte ich mir: Das ist der Mann fürs Leben 😉 Und das ist auch bis heute so. Er ist einfach immer für mich da und ich für ihn.

HOCHZEIT FEIERN: Hattest du eine Vorahnung wie und wann der Heiratsantrag geschehen würde?

Judith: Nein, es war eine echte Überraschung. Wir sind beide in einem Karnevalsverein und Veilchendienstag geht bei uns der große Karnevalsumzug durch die Stadt. Wir gingen wie jedes Jahr auch mit. Während des Umzuges fragte er erst meinen Vater, ob er mich heiraten darf 🙂 Und danach mich. Allerdings musste er etwas für mich „bezahlen“ und zwar drei Seidenhühner. Das hat er natürlich gemacht.

HOCHZEIT FEIERN: Der Augenblick, in dem der Hochzeitsmarsch erklingt, ist ein ganz besonderer – wer hat dich auf dem Weg zum Traualtar begleitet?

Judith: Ja, das ist wirklich ein ganz besonderer Augenblick, den man nie vergessen wird. Mein Vater hat mich traditionell an den Traualtar zu meinem Schatz geführt (man, war ich aufgeregt). Zusätzlich wurden wir aber auch noch von zwei Tänzerinnen aus unserer Tanzgarde begleitet. Das war echt super schön.

HOCHZEIT FEIERN: Wie sahen die Dekoration und Blumenarrangements aus? Gab es ein bestimmtes Thema?

Judith: Thema war: weiß, rot und ein wenig grün. Einladungskarten, Kirchenheft etc. wurden darauf ebenfalls abgestimmt, außer den selbst gebastelten Autobändchen, die waren weiß und pink (meine Lieblingsfarbe). Einen Teil der Deko haben wir im Vorfeld selbst gebastelt, z.B. haben wir vorher ganz viele Herzen aus Holz ausgesägt, weiß angestrichen und mit Bändern und Dekosteinen beklebt. Als Tischdeko haben wir kleine Gläschen dekoriert, die wir zum einem mit Teelichtern und zum anderen mit Rosen bestückten.
Der Brautstrauß für das Standesamt war aus cremeweißen Rosen und der zur kirchlichen Hochzeit (1 Tag später) aus roten und weißen Rosen.

HOCHZEIT FEIERN: Die Feier nach der kirchlichen Trauung ist mindestens so wichtig, wie die Trauung selbst. Was waren die schönsten Momente und Besonderheiten?

Judith: Also eigentlich war alles so toll, wir wussten nicht was auf uns zukam, denn meine Geschwister sowie zwei ganz liebe Freundinnen haben die Feier für uns geplant. Wir haben nicht eine Kleinigkeit aus ihnen im Vorfeld herausbekommen.
Angefangen hat dies bereits beim Hochzeitsauto, mein Schwager und mein Vater holten mich mit einem Oldtimer Rolls Royce ab, der super bequem war und sogar genug Platz für das Kleid bat. Mein Schatz hat den Wagen erst nach der kirchlichen Trauung gesehen und war ebenso überrascht und glücklich.

HOCHZEIT FEIERN: War die Feier nach eurem Geschmack und wurden die Gäste mit Spielen unterhalten?

Judith: Die Feier war genau nach unserem Geschmack, angefangen mit den Fotos, dem Anschneiden der Torte und verschiedenen Spielen. Alle Gäste haben einen Fingerabdruck auf einer Leinwand hinterlassen, es gab einen Schleiertanz (Männer konnten für eine kleine Geldspende mit der Braut tanzen). Dann unseren Hochzeitstanz, daraus haben wir hinterher ein Spiel für die Gäste gemacht – mehrere Paare mussten den Tanz nachtanzen und bekamen hierfür hinterher kleine Geschenke von uns z.B. einen Scharfmacher = Pfeffer; ein rostfreies Tafelservice = Plastikbesteck; romantisches Candlelight Dinner =Teelicht + Dose Ravioli, Weinabend = Zwiebel,
Ökowaschmaschine = Kernseife. Es war echt lustig.

HOCHZEIT FEIERN: Wurde nur im engsten Kreis gefeiert oder auch mit Freunden und Bekannten?

Judith: Wir hatten es so geplant, dass wir nachmittags nur mit der Familie feiern und abends dann mit allen Freunden eine tolle Party und das war auch so.

Das letzte Lied was gespielt wurde: „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen…

HOCHZEIT FEIERN: Habt ihr vor eurem Hochzeitstanz fleißig Tanzstunden genommen?

Judith: Wie man es so nimmt. Wir brauchten dafür auf jeden Fall keine Tanzschule. Schon Monate vorher hatten wir überlegt was wir tanzen möchten. Raus kam: Kein langweiliger Walzer, den jeder macht. Wir sind ja schließlich beide Tänzer im Karnevalsverein, da muss es schon was lustiges und ausgefallenes sein.
Wir waren uns auch recht schnell einig welche Lieder wir für den Tanz nehmen. Musik wurde zusammen geschnitten und dem Training im Wohnzimmer stand nichts mehr im Wege. Herauskam unser eigener und persönlicher Hochzeitstanz, den sonst keiner hat 😉

HOCHZEIT FEIERN: Da ihr ja beide im Karnevalsverein seid, war die Musik sicher sehr abwechslungsreich. Zu welchen Liedern wurde getanzt?

Judith: Ein kleiner Auszug an Liedern: Walzer, Ententanz, Nossa, Heut ist so schöner Tag, Danza Kudoru, Cowboy und Indianer, Schatzi schenk mir ein Foto und noch jede Menge andere Lieder…

HOCHZEIT FEIERN: Das Brautstraußwerfen, eine alte Tradition, die ihr auch übernommen habt?

Judith: Ja klar, das gehört doch einfach dazu. Ich habe dafür meinen Strauß von der standesamtlichen Trauung genommen. Dann hieß es, alle die volljährig und noch nicht verheiratet sind, bitte aufstellen. Es hat diejenige gefangen, der ich es am meisten gewünscht hatte: meine jüngere Schwester.

HOCHZEIT FEIERN: Gab es auch alte Bräuche für die Herren?

Judith: Ja, die Männer kamen nicht zu kurz, denn an die hat mein Mann das Strumpfband überreicht, werfen funktioniert nicht so gut, da es viel zu leicht ist.
Erst musste er es mir mit verbundenen Augen mit seinem Mund ausziehen, dann machten alle nicht verheirateten Männer einen Kreis um ihn und streckten einen Arm in die Mitte. Dann drehte sich mein Bräutigam mehrmals im Kreis und steckte es einem der Männer an.

HOCHZEIT FEIERN: Und wer hat es bekommen?

Judith: Der Freund meiner jüngeren Schwester, der hat das dann auch direkt meiner Schwester angezogen. Na da sind wir mal gespannt, ob bei den beiden nicht auch irgendwann die Hochzeitsglocken läuten 😉

HOCHZEIT FEIERN: Dein Fazit von eurem schönsten Tag?

Judith: Was bleibt, ist nicht nur die Erinnerung an unseren wunderschönen Hochzeitstag, sondern auch die Gewissheit, dass wir einfach die besten Verwandten und Freunde haben! Wir würden es jederzeit wieder so machen. Es war der allerschönste Tag im Leben!

HOCHZEIT FEIERN: Dein Tipp als „ehemalige Braut“ an alle zukünftigen Bräute?

Judith: Lasst euch nicht reinreden, wir haben so viele Tipps und Ideen bekommen, das hat uns so manches Mal echt durcheinander gebracht. Entscheidet selbst was ihr machen möchtet bzw. wie ihr heiraten möchtet, denn das ist eure Hochzeit.

Versucht ganz entspannt zu sein und nehmt euch Zeit füreinander, denn eine Hochzeit ist kein Kindergeburtstag.

Genießt jeden Moment von den Vorbereitungen über die Einkäufe bis zur Trauung selbst und natürlich auch die Feier usw. Diese Momente sind wirklich einmalig im Leben (es sei denn man heiratet öfter). Es vergeht alles viel zu schnell. Wochenlang plant und organisiert man alles und dann ist der „große“ Tag und der vergeht dann leider viel zu schnell … Wir haben uns daher am nächsten Tag zum Aufräumen und Essen getroffen und machen in den nächsten Tagen einen After-Wedding-Fotoabend.

Nach der Hochzeit heißt es dann:

Nun lässt sich nur noch von dem zehren,
was man Euch und uns nicht nehmen kann:
Wenn diese Stunden auch nie wiederkehren,
bleibt doch die Erinnerung daran.

Liebe Grüße Judith und Jan

HOCHZEIT FEIERN: Vielen Dank für diesen wundervollen Bericht, der sicherlich vielen zukünftigen Brautpaaren Inspiration für die Zukunft gibt. Es hat viel Spaß gemacht.

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