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„Nicht vom Wetter verrückt machen lassen“

Am 31. August 2012 haben sich Sylvana und Sascha auf einer Turmterrasse getraut. In windigen Höhen war anfangs unklar, ob der Regen dem Brautpaar nicht einen Strich durch die Rechnung machen würde. Eine Geschichte über zweiTurteltauben, die sich gefunden haben, als sie es am wenigsten erwarteten.

HOCHZEIT FEIERN: Liebe Nana, lieber Sascha, wie habt ihr euch kennengelernt? Stimmt es, dass ihr gar nicht auf der Suche nach einem Partner wart?

Nana: Ja, das stimmt. Wir waren beide gerade jeweils aus „unglücklichen“ Beziehungen raus und waren alles andere, als auf der Suche nach dem/der Nächsten. Wir haben uns – peinlich, peinlich – vor 6 Jahren im Internet kennengelernt, über einen Berlin-Chat (ich bin Berlinerin). Zu diesem Zeitpunkt wohnte ich der Arbeit wegen in NRW und Sascha in Berlin. Irgendwie bin ich über sein Profil gestolpert, hab es dann aber direkt wieder geschlossen, da er so gar nicht in mein „Beuteschema“ passte. Ich stehe – oder muss ich jetzt sagen, stand? – auf dunkelhaarige, große Männer mit hellen Augen. Er schrieb mich dann an und so kamen wir ins Gespräch…

HOCHZEIT FEIERN: Jeder hat eine andere Geschichte bezüglich des Hochzeitsantrages. Wie war er, der Antrag? Hattest du eine Vorahnung, dass er dich fragen würde?

Nana: Der Antrag an sich war schlicht und voller Emotionen. An meinem Geburtstag, 2010, hat er sich nach einem gemütlichen Abend im Restaurant und anschließender Heimfahrt, zu Hause im Flur vor mich gekniet und mich gefragt, ob ich ihn heiraten möchte. Er war sehr aufgeregt, ich zu Tränen gerührt und natürlich habe ich JA gesagt.

Direkt danach riefen wir unsere Familie und wichtige Freunde an, die sich alle mit uns freuten. Zwischendrin musste Sascha sich noch einmal vergewissern, was ich denn geantwortet hatte. Vor Aufregung hat er das nämlich nicht richtig mitbekommen. Ehrlich gesagt, habe ich schon bei so einigen davor liegenden Terminen immer gehofft, dass er mich fragt. Hat er aber nie und somit hab ich keine Vorahnung gehabt, dass er mich ausgerechnet an meinem Geburtstag fragen würde.

HOCHZEIT FEIERN: Ihr habt am 31.08. 2012 geheiratet, nicht kirchlich, sondern geplant war etwas ganz außergewöhnliches – eine Turmterrasse sollte es sein. Wie kamt ihr auf diese Idee?

Nana: Da Sascha keinem Glauben angehört und ich ihn nicht zu etwas zwingen oder überreden wollte, das nicht seinem Sinn entspricht, stand ganz schnell fest, dass wir nur standesamtlich heiraten würden. Da ich allerdings einen ausgeprägten Sinn für Perfektionismus habe, stand ebenso schnell fest, dass es nicht in irgendeinem verstaubten Berliner Standesamt stattfinden würde. So begab ich mich auf die Suche nach einem Schloss oder etwas in der Art – der Traum wohl so einiger Mädchen – und landete irgendwann auf der Website unserer späteren Hochzeitslocation. Wir waren sofort begeistert, als wir einen Vor-Ort-Termin wahrnahmen – von der Location, vom Team und von allem Drumherum.

HOCHZEIT FEIERN: Die Nerven lagen sicher blank, als es am Tag der Hochzeit aus Eimern gegossen hat. Wie habt ihr dieses Problem gemeistert?

Nana: Ich habe ja bereits 14 Tage vorher angefangen, das Wetter zu verfolgen – denn davon hing mein großer Traum ab. Fast täglich änderte sich das Wetter von Sonne zu Regen und dann wieder zu Sonne und wieder zu Regen. Es war ein fürchterliches Auf und Ab. Aber es gab viele, viele gedrückte Daumen und viel positiven Zuspruch. Die letzten drei Tage vor der Hochzeit war dann konstant Regen angesagt – mit stetig steigender Regenwahrscheinlichkeit.

Als ich dann am Morgen der Hochzeit wach wurde, verflog auch das letzte Fünkchen Hoffnung. Es hatte sich richtig eingeregnet. Und in diesem Moment war mir klar, dass es keine Hochzeit auf der Turmterrasse geben wird – komischerweise war es da nicht mehr so schlimm, denn die Aufregung und das eigentliche Ereignis standen viel eher im Mittelpunkt. Allerdings hörte es Schlag 12 Uhr auf zu regnen und in der Location wurden ganz schnell alle notwendigen Mitarbeiter zusammengerufen, um die Turmterrasse „hochzeitstauglich“ zu machen…
Unsere Hochzeit fand um 13 Uhr unter bewölktem Himmel in 27 Metern Höhe auf der Turmterrasse unserer Hochzeitslocation statt – es war ein grandioses Gefühl!

HOCHZEIT FEIERN: Welche Tipps könnt ihr zukünftigen Brautpaaren geben, die eventuell solch eine Situation auch meistern müssen?

Nana: Im Nachhinein kann ich sagen: Nicht verrückt machen lassen.
Man hat das Wetter sowieso nicht in der Hand. Am besten ist es, immer eine wetterunabhängige Alternative mit einzuplanen, auch für die Hochzeitsbilder (die hätte uns gefehlt, weil wir soweit gar nicht gedacht haben). Ansonsten kann man es nur auf sich zukommen lassen, und wie man bei uns gesehen hat, hat es sich eine Stunde vor der Trauung noch alles zum Guten gewendet.

HOCHZEIT FEIERN: Wie war dein Brautkleid? Hat der Anzug deines Mannes zu deinem Kleid gepasst?

Nana: Mein Kleid war cremefarben, mit einer Perlenstickerei und abgesetztem weißen Brustteil in A-Linie. Es hatte viele Raffungen und war schulterfrei, aufgrund des Wetters musste ich allerdings am Tag vor der Hochzeit noch einen Bolero kaufen, da es recht kühl gewesen ist. Der Anzug hat absolut zum Kleid gepasst – allerdings muss ich auch dazusagen, dass wir den Anzug samt Weste und Hemd gemeinsam ausgesucht

aben und ich alles schon etwas dirigieren und auf das Kleid abstimmen konnte.

HOCHZEIT FEIERN: Interessieren würden uns auch die Hochzeitsbräuche an eurem großen Tag. Ihr hattet Tauben, die ihr freigelassen habt. Welche Symbolik steckt dahinter? Was hat es euch bedeutet?

Nana: Die Tauben waren ein großer Wunsch von mir. Darum hat es mir persönlich auch wahnsinnig viel bedeutet. Man sagt, dass zwei Tauben, die sich gefunden haben ihr ganzen Leben lang zusammenbleiben – diese Symbolik sagt genau das aus, was ich mir für uns wünsche. Nicht alle Tage sind immer bunt und fröhlich, aber auch diese sollte man gemeinsam durchstehen und sich hinterher wieder auf die guten Tage freuen können.

HOCHZEIT FEIERN: Die Hochzeitsbilder wurden an einem ganz besonderen Ort gemacht – dem Pfingstberg in Potsdam. Ein Ort mit dem ihr viel verbindet?

Nana: Eine direkte Verbindung zu diesem Ort gibt es nicht. Mich faszinierte diese atemberaubende Kulisse schon seit Ewigkeiten und auch Sascha war hin und weg, als er Bilder vom Pfingstberg sah.
Als wir dann darüber sprachen, wo wir denn die Bilder von uns machen lassen wollen, waren wir uns einig, dass es dort sein soll. Und obwohl wir eine relativ lange Anfahrt und deshalb nur noch wenig Zeit hatten, sind dort wunderschöne Bilder entstanden.

HOCHZEIT FEIERN: Ganz spannend finden wir auch eure Homepage, auf der ihr von eurer Hochzeit berichtet. Besonders gut gefällt uns euer Hochzeits- ABC. Dort konnten Verwandte und Freunde nochmal letzte Informationen zur Hochzeit erfahren. Wie hilfreich war dieses ABC?

Nana: Es war sogar sehr hilfreich. Uns – so hatten wir alle wichtigen Informationen noch einmal gebündelt zum nachlesen zusammengefasst (denn auch in unseren Einladungen war das ABC vorhanden) und auch unseren Gästen, die sich anhand des Hochzeits-ABC´s orientieren konnten und auch wussten, was sie erwartet und was nicht.

HOCHZEIT FEIERN: Es war insgesamt ein sehr emotionaler Tag für euch beide. Wenn ihr euch für den ergreifendsten Moment entscheiden müsstet – welcher wäre das?

Nana: Da scheiden sich bei uns die Geister.Sascha´s Antwort auf die Frage, was denn für ihn der ergreifendste Moment an diesem Tag war, lautet: „Als ich dich das erste Mal im Kleid sah!“
Wir haben die letzte Nacht getrennt verbracht – ganz der Tradition folgend. Er kannte mein Kleid bis zum großen Tag nicht und war absolut überwältigt. Für mich war das natürlich auch ein sehr ergreifender Moment, zu sehen, wie bewegt er war. Aber der emotionalste Moment für mich war wohl der, als Sascha seine Rede gehalten hat…

HOCHZEIT FEIERN: Warum war die Rede so bewegend?

Nana: Er ist sonst kein Mensch der großen Worte und vor Leuten zu reden, das liegt ihm schon gleich gar nicht. Als er dann über unsere Väter sprach (sie sind beide schon verstorben), musste er sehr um Fassung ringen. Er hat unsere Väter an diesem Ereignis teilhaben lassen und dieser Moment wird auf ewig unvergessen sein – bei ihm, bei mir und bei unseren Gästen, da bin ich sicher. Mit einer so emotionalen und authentischen Rede hätte ich nie im Leben gerechnet und ich bin sehr dankbar für diesen Moment.

HOCHZEIT FEIERN: Wenn ihr an die Hochzeit zurück denkt, gibt es etwas das ihr ändern würdet?

Nana: Oh ja! Das Zeitmanagement. Wir hatten zwischen der Trauung und der Feier drei Stunden Zeit, die ich für die Bilder in Potsdam eingeplant hatte. Alles hätte sicher gut gepasst, wenn wir nicht in einen Stau geraten wären und der Fahrer sich im Anschluss nicht noch verfahren hätte. Aber so etwas weiß man ja leider immer nicht im Voraus.
Ansonsten war alles so, wie ich es mir in fast 365 Tagen Planung immer vorgestellt habe.

HOCHZEIT FEIERN: Was war im Vorhinein am aufwändigsten zu planen? Was wäre euer Tipp an alle zukünftigen Brautpaare?

Nana: Wenn ich so zurückdenke, war das Aufwändigste wohl die Sitzordnung.
Kein Plan wurde öfter umgeworfen, neu strukturiert und anders aufgestellt, als die Sitzordnung. Aber ich denke, am Tag der Hochzeit waren alle zufrieden mit dem Platz, den sie bekommen hatten.

Und unser Tipp für alle zukünftigen Brautpaare ist:
Genießt euren Tag in vollen Zügen!
Stresst euch nicht durch euren Hochzeitstag von Programmpunkt zu Programmpunkt, damit ihr euch nicht am Ende des Tages fragen müsst, ob´s das gewesen sein soll.
Dieser Tag ist einmalig und ihr sollt ihn in schönster Erinnerung behalten.

HOCHZEIT FEIERN: Vielen Dank für das schöne Interview. Wir wünschen alles Gute für die Zukunft.

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